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10 Grundwerte
7-Schritte-Strategie
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10 häufige Anfragen
Kirche für Kirchenferne: Die 10 häufigsten Anfragen

 

1. Predigen Gemeinden für Kirchenferne nicht ein verwässertes Evangelium?

Dies ist die häufigste Annahme über die Bewegung Kirche für Kirchenferne und wäre, wenn sie zuträfe, die vernichtendste. Paulus sagt in Galater 1,8-9: "Wer euch aber ein anderes Evangelium verkündigt als wir euch verkündigt haben, der sei verflucht, auch wenn wir selbst es wären oder ein Engel vom Himmel. Was ich gesagt habe, das sage ich noch einmal: Wer euch ein anderes Evangelium verkündigt als ihr angenommen habt, der sei verflucht."

 

Das ist eine eindringliche Warnung in einer ernsten Angelegenheit. Die Bibel nimmt kein Blatt vor den Mund, wenn jemand von sich behauptet, das Evangelium zu verkündigen, die Botschaft aber verfälscht oder verwässert.

 

Wir stellen uns jeder einer Herausforderung, wie aus der Liste der zehn Grundwerte von Willow Creek hervorgeht: der Herausforderung "gesellschaftlich relevant zu sein, ohne die Reinheit der Lehre zu gefährden". Mit anderen Worten wollen wir der Lehre aus 1. Korinter 9,22-23 treu bleiben, worin Paulus sagt: "Den Schwachen wurde ich ein Schwacher, um die Schwachen zu gewinnen. Allen bin ich alles geworden, um auf jeden Fall einige zu retten. Alles aber tue ich um des Evangeliums willen, um an seiner Verheißung teilzuhaben."

 

Bill Hybels und Mark Mittelberg sagen dazu in ihrem Buch "So wird Ihr Christsein ansteckend" [S. 209]: "Ansteckende Gemeinden haben gelernt, die Gesellschaft um sie herum anzusprechen, ohne sich auf Kompromisse mit ihr einzulassen. Sie wissen, dass, sobald die Botschaft vom Kreuz Christi verwässert oder versteckt wird, der Kampf schon verloren ist. Was hilft es uns, die Sprache der säkularen Welt zu sprechen, wenn wir dabei unsere Botschaft verlieren?"

 

Das ist die Herausforderung - einerseits die Fallstricke der Isolation zu meiden, sonst würden wir so wirkungslos bleiben wie Salz im Salzstreuer ist, und andererseits die des Liberalismus, wo wir wie Salz sind, das die Würzkraft verloren hat, weil wir vergessen haben, was wir eigentlich sagen wollten. Statt dessen wollen wir Christen mit Rückgrat sein, die ihre Botschaft kennen und nicht nur bereit sind, für diese Botschaft aufzustehen, sondern auch die harte Arbeit auf sich zu nehmen, herauszufinden, wie man sie den verlorenen Männern und Frauen am besten nahebringt, die so verzweifelt auf sie warten.

 

Wenn wir genau betrachten, was in den Kirchen und Gemeinden der Willow Creek Association (WCA) weltweit geschieht, finden wir ein ganz bestimmtes Muster: unerschrockene Verkündigung des Evangeliums, klare biblische Lehre und - als Frucht - veränderte Menschen und Familien. Wir freuen uns von Herzen, wenn wir immer wieder Geschichten hören, wie Menschen auf Christus vertrauen, getauft werden, Schritte in Seiner Nachfolge wagen und, als Folge davon, wie Kirchen in Mitgliedern und Kraft zunehmen.

 

Alle Kirchen, die, wo auch immer, der Versuchung nachgegeben haben, ihre Botschaft - auch nur ein bisschen - zu mildern, in der Hoffnung, die Akzeptanz und Bewunderung eines nicht religiösen Publikums zu gewinnen, bitten wir dringend, sofort damit aufzuhören. Weitermachen würde bedeuten, einen Kompromiss mit der Gesellschaft einzugehen und den Auftrag zu vergessen, den Jesus uns gegeben hat.

 

Nachdem Paulus in Galater 1,8-9 seine Warnung ausgesprochen hatte, schließt er in Vers 10 mit diesen Worten: "Geht es mir denn um die Zustimmung der Menschen oder geht es mir um Gott? Suche ich etwa, Menschen zu gefallen? Wollte ich noch den Menschen gefallen, dann wäre ich kein Knecht Christi." Wir haben den Auftrag, die Botschaft vom vergossenen Blut Christi unverfälscht zu verkündigen - ob sie den Menschen gefällt oder nicht. Interessanterweise brauchen Menschen, die wirklich auf der Suche sind, einen Leiter, der den Mumm hat, ihnen in die Augen zu schauen, die Wahrheit über ihr geistliches Dilemma zu sagen und sie dann zu dem Einzigen zu führen, der helfen kann.

 

2. Schrecken Gemeinden für Kirchenferne vor der harten Lehre der Bibel zurück?

Willow Creek lehrt häufig unerschrocken über Themen wie: ‘Der Tag des Gerichts und die Hölle’, ‘Sünde’, ‘Jesus als einziger Weg zu Gott’, ‘Die Bezahlung Christi für unsere Sünden’, ‘Homosexuelle Praktiken’, ‘Abtreibung’, ‘Sexuelle Intimität’ und ‘Die Autorität der Bibel’. Einfach gesagt: Die Bibel enthält auch Lehre, die Nichtchristen nicht gerne hören, aber sie brauchen Hilfen, diese Wahrheiten zu verstehen, damit sie erkennen, wie sehr sie die Vergebung und Leitung Christi brauchen. Unser Wunsch, ihnen darin, unter der Leitung des Heiligen Geistes, beizustehen, ist schon immer der Pulsschlag unserer Bewegung gewesen.

 

3. Sind Gemeinden für Kirchenferne nicht im Grunde auf Unterhaltung und Show aus?

Im Gegenteil, sie sind darauf aus, Beziehungen zu Menschen herzustellen und ihnen zu der Erkenntnis zu verhelfen, wie sehr sie Christus brauchen. Das Ziel ist Relevanz, nicht Unterhaltung. Wir wollen einer sterbenden Gesellschaft christliche Wahrheiten nahebringen.

 

Im Blick auf die Menschen, die wir im Umfeld der Willow Creek Community Church zu erreichen versuchen, glauben wir, dass es am besten durch zeitgenössische Musik, Schauspiel, Multimedia und andere Kunstformen gelingt, die vollmächtige biblische Lehre zu ergänzen, zu erläutern und zu unterstreichen.

 

Ja, diese Arten des Ausdrucks kann und darf man auch genießen. Ja, sie können eine erste Anziehung auf geistlich verlorene Menschen ausüben. Aber das Wichtigste ist: Sie sind ein schöpferisches Mittel, mit dem man Gottes Botschaft der Wahrheit und Gnade so weitergeben kann, dass unreligiöse Menschen sie verstehen, mit ihrem Leben in Verbindung bringen und darauf antworten. Kreativität sehen wir zudem als eine Gabe Gottes, die dazu gegeben wird, Menschen zu erfreuen und so Gott zu ehren.

 

Das zeigt sich an der Geschichte von Lee Strobel, einem Atheisten, der sich ursprünglich bereit erklärte, mit seiner frisch bekehrten Frau den Gottesdienst in Willow Creek zu besuchen, um die Musik zu hören. Als er da war, hörte er eine Art von Musik, die ihm gefiel. Aber er fand auch den Text zu der Musik sehr herausfordernd - ebenso wie die Theaterstücke, Botschaften und alles andere, was er erlebte. Das veranlasste ihn, sich auf eine geistliche Reise zu begeben, die fast zwei Jahre dauerte. Ihren Höhepunkt fand sie am 8. November 1981, als er sein Leben Jesus übergab. Er trat in die Nachfolge ein und dient heute selber in einer Gemeinde.

 

4. Werden Gemeinden für Kirchenferne vom "Markt" bestimmt?

Dieses Missverständnis rührt von einer formlosen Umfrage her, bei der die Gründer von Willow Creek Nachbarn befragten, warum sie nicht zur Kirche gingen. Einige Beobachter zogen daraufhin den falschen Schluss, diese Umfrage diene dazu, den Gemeindeleitern zu zeigen, was sie lehren sollten und was nicht - aber dieser Gedanke kam den Gründern nicht einmal in den Sinn!

 

Es handelte sich um die Leiter der Son City Jugendarbeit, die schon mutig anhand der Bibel gelehrt hatten, die sie auch, da Gottes Wort, als einzige Autorität ansahen. Sie wollten gerade eine Erwachsenenarbeit ins Leben rufen, und die Umfrage sollte klären helfen, welche unnötigen Barrieren die Menschen davon abhielten, den Gottesdienst zu besuchen. Sie vermuteten - und die Daten bestätigten ihren Verdacht - die meisten dieser Hindernisse seien von Menschen gemacht. Mit anderen Worten, handelte es sich bei diesen Hürden um Traditionen und Praktiken, die nicht unbedingt in der Bibel begründet waren.

 

So sagten die Leute bspw. wörtlich, sie gingen nicht in die Kirche, weil sie "langweilig" sei, "vorhersehbar", "irrelevant" und "auf Geld aus". Eindeutig sind solche Hindernisse nicht in der Bibel begründet. Vielmehr konnte und kann man solche Aspekte ändern oder abschaffen - um der Menschen willen, an denen Gott so viel liegt - damit man sie mit der unveränderlichen Lehre der Bibel erreichen konnte und kann.

 

Von Anfang an waren die Leiter von Willow Creek bemüht, so viele Ärgerliches wie möglich auszuräumen - ausgenommen das Ärgernis des Kreuzes. Und selbst wenn die Menschen nichts vom Kreuz hören wollen - und viele wollen das nicht, wie die Bibel vorhersagt - predigen die Leiter weiter den gekreuzigten und auferstandenen Christus. Gleichzeitig beten sie, Gott möge diese Menschen zu sich ziehen und ihnen neue Herzen schenken.

 

Alister McGrath, ein in den USA und Großbritannien bekannter Gelehrter, sagte in seinem kürzlich erschienenen, preisgekrönten Buch "Evangelikalismus und die Zukunft des Christentums": "Die Willow-Creek-Gemeinde ist ein hervorragendes Beispiel für eine Gemeinde, die einen neuen Weg wagt, um die anfänglichen Barrieren nicht-gläubiger Menschen einzureißen… Dennoch wird das Evangelium wirkungsvoll verkündigt." [S. 96, Hervorhebung nachträglich].

 

5. Dreht sich in Gemeinden für Kirchenferne mehr um Psychologie und Therapie als um Sünde und Buße?

Die Botschaft von Willow Creek war immer ganz klar: Wir sind Sünder und brauchen dringend einen Retter, und diese Rettung ist nur durch Jesus Christus möglich.

 

Darin hat es nie Verwirrung oder Mehrdeutigkeiten gegeben. Beispielsweise sagte Bill Hybels während eines Gottesdienstes für Suchende: "Also, die Rede ist immer von Selbsthilfegruppen: Man besucht bestimmte Wochenendkonferenzen. Man durchläuft symbolische Prozeduren. Man leistet Versprechen. Man versucht, die eigenen Lebensumstände zu verbessern, ins richtige Gleis zu kommen, selbst Frucht zu bringen, sich selbst zu reinigen und alles Mögliche. Kann man durch Selbsthilfe die Beschaffenheit des menschlichen Herzens ändern? Nein! Freunde, die Bibel sagt, dass man ein Leben weder durch Bildung, noch durch materielle Umverteilung, noch durch Selbsthilfe in Ordnung bringen kann. Die Menschen, so sagt uns die Bibel, können die Krankheit der Sünde aus eigener Kraft nicht überwinden, aber es gibt einen Ausweg. Die Bibel sagt, es gibt nur einen einzigen Ausweg, nämlich das Kreuz Jesu Christi."

 

Zwar haben die Leiter von Willow Creek gesagt, dass christliche, bibeltreue Seelsorger Menschen mit bestimmten persönlichen Problemen oder Beziehungsschwierigkeiten helfen können, aber dies wurde nie als Ersatz für das Bekenntnis der eigenen Sünden verstanden, es hat nie die Buße verdrängt und es nicht entbehrlich gemacht, sich der Vergebung und Leitung Christi ganz anzuvertrauen.

 

6. Spielen Gemeinden für Kirchenferne die Heiligkeit Gottes herunter?

Der Gedanke hinter dieser Anschuldigung ist der, dass die attraktiveren Eigenschaften Gottes, wie Sein liebendes Wesen, hervorgehoben würden, während die eher einschüchternden Eigenschaften, wie Seine Heiligkeit, übersehen würden.

 

Dieses Missverständnis mag auch sprachliche Gründe haben. Zum Beispiel zählte vor mehr als sieben Jahren ein Forscher tatsächlich die Häufigkeit, mit der das Wort "heilig" in einer bestimmten Zeitspanne von Willow Creek benutzt wurde. Obwohl das Wort häufig fiel, zog er den Schluss, man benutze es nicht oft genug.

 

Da jedoch die Wochenendgottesdienste in Willow Creek darauf angelegt sind, kirchenfernen Menschen das Christentum nahezubringen, übersetzen die Sprecher biblische Terminologie typischerweise in eine Sprache, die Suchende auch verstehen können. Der Begriff "heilig" wird in unserer Gesellschaft heute oft nicht verstanden. So sagte der leitende Pastor Bill Hybels kürzlich in einem Gottesdienst: "Wenn ich sterbe und vor Gott stehe, wird das kürzeste Gespräch der Welt darum gehen, ob ich ein Sünder bin oder nicht. Ich bin einer, und Sie auch. Der Bruchteil einer Sekunde in der Gegenwart Gottes wird das unweigerlich klarstellen."

 

Obwohl das Wort "heilig" nicht fiel, wurde der Begriff der Heiligkeit Gottes - dass nämlich unsere Sünde in absolut krassem Gegensatz zu Seiner Vollkommenheit steht - so dargelegt, dass auch die kirchenfernen "Herr Müller" und "Frau Schulze" ihn verstehen konnten. Nach der Methode des Forschers hätte das aber nicht gezählt, da das Wort "heilig" nicht ausdrücklich verwandt wurde. Was für uns zählt, ist: Der Inhalt des Begriffs wurde deutlich rübergebracht!

 

Der australische Missionar Alan Walker drückte es so aus: "In der evangelischen Welt haben sich Worte zum Teil zu Götzen entwickelt. Es gibt viele Menschen, die, wenn sie nicht die vertrauten Worte und Redewendungen wiederholt hören, manchmal die absurde Behauptung aufstellen, das Evangelium werde nicht verkündigt."

 

Über den Begriff der Heiligkeit Gottes und seine Bedeutung für uns wird in Willow Creek ständig gesprochen. Das Buch von Bill Hybels, "Der Gott, den Du suchst", entstand aus seinen Predigten während verschiedener Suchergottesdienste und wurde speziell für Nichtchristen geschrieben. Auf S. 91 sagt er darin: "Wir schauen auf Politiker, Vergewaltiger und Mörder in Chicago und ziehen den Schluss, dass wir bei diesem Vergleich durchaus wie Heilige dastehen, doch dabei benutzen wir die falschen Maßstäbe. Wir haben keine Ahnung, wie heilig, wie gerecht und wie unerreichbar hoch Gottes Standard ist. Wenn wir in die strahlende Gegenwart Gottes eintreten, werden wir erkennen, dass unsere ‘Heiligkeit’ zwar in Kirchenkreisen etwas galt, dass wir im Himmel damit aber kein Stück weiterkommen. Gerechtigkeit - echte, von Gott geborene, von Gott eingehauchte und von Gott gegebene Gerechtigkeit - wird von unserer Gesellschaft heute vollkommen missverstanden: Der Durchschnittsbürger hört dabei zumeist "Fairness" - allen dasselbe. Bei allem, was wir über Gott und Sein Wesen nicht wissen, ist dies vielleicht die schlimmste Unkenntnis."

 

7. Überschätzen Gemeinden für Kirchenferne in ihrer Theologie nicht häufig die Möglichkeiten des Menschen - auch die Möglichkeit, Gott zu suchen?

Lassen Sie uns das klarstellen: Aus eigener Kraft und eigenem Willen sucht niemand Gott. In Römer 3,11 wird jeder Zweifel darüber ausgeräumt. Wenn jemand wirklich auf der Suche nach Gott ist, geschieht das nur, weil Gott schon in seinem oder ihrem Leben wirkt. Alles echte Suchen ist eine Antwort auf Gottes Tun.

 

Und wenn Menschen schließlich dahin kommen, Christus zu vertrauen, ist das keine religiöse Leistung, und es gibt nichts, dessen man sich rühmen könnte (Epheser 2,8-9); sie haben einfach Seinem Geist nachgegeben und das Gnadengeschenk der Rettung empfangen.

 

Das führt oft zu der Frage, wie sehr Gottes Geist wirkt und Menschen zu sich zieht. Gilt die Einladung wirklich jedem, wobei einige sie annehmen und andere sie ablehnen, oder gilt sie eigentlich nur den von Gott Erwählten? In den verschiedenen Kirchen und Gemeinden in der Willow Creek Association wird sowohl die eine als auch die andere Ansicht vertreten.

 

Wir glauben, der Schlüssel liegt darin, dass wir alle unseren Teil dazu beitragen müssen, die Botschaft jedem, den wir irgendwie erreichen können, zugänglich und verständlich zu machen, und wir müssen darauf vertrauen, dass Gott Seinen Teil dazu tut, Menschen zu sich zu ziehen und Herzen zu ändern. Wo immer das geschieht, können der Calvinist und der Arminianer zusammen an einem Tisch sitzen und in aller Freundschaft über ihre Theorien plaudern, während sie sich gemeinsam mit den Engeln im Himmel über den neuen Bruder oder die neue Schwester in Christus freuen (Lukas 15,10)!

 

8. Werden Gemeinden für Kirchenferne durch feministisches Gedankengut beeinflusst?

Das Gedankengut der Willow Creek Community Church gründet sich auf die Bibel. Aus der Sicht ihrer Leiter erlaubt die überwiegende Zahl biblischer Zeugnisse sowohl Männern als auch Frauen zu lehren und zu leiten, entsprechend den ihnen vom Heiligen Geist verliehenen Gaben (1.Korinter 12,11). Die Rolle der Frauen im christlichen Dienst ist eine sehr wichtige Frage, die es wert ist, von den Leitern aller Kirchen und Gemeinden sorgfältig untersucht zu werden, aber im Rahmen dieses Artikels verdienen zwei Punkte besondere Betonung:

 

Erstens: Willow Creek ist durch Bibelstudium zu seinem Standpunkt gelangt, nicht trotz dessen. Willow Creek hält an der Unfehlbarkeit der Bibel fest und glaubt, dass die Zeugnisse der Bibel darauf hinweisen, Männern wie Frauen die Entfaltung ihrer Gaben in Lehre und Leitung zu erlauben.

 

Zweitens: Die Willow Creek Community Church ist für sich selbst zu diesem Standpunkt gelangt. Dazu ist es ist nicht nötig, dass Mitglieder der Willow Creek Association in dieser Frage dieselbe Ansicht vertreten, ebenso wenig wie bei der Form der Taufe oder der Wahlen.

 

Mehr als 70 verschiedene Denominationen sind in der Willow Creek Association (WCA) vertreten. Sie unterscheiden sich in einer ganzen Reihe von Dingen, aber sie haben Christus als gemeinsamen Nenner, die Autorität Seines Wortes, die Notwendigkeit, von Ihm gerettet zu werden, und das vorrangige Ziel, Männer und Frauen, die nicht zu Seiner Familie gehören, zu erreichen.

 

9. Praktizieren Gemeinden für Kirchenferne häufig eine sanfte Form der Evangelisation, weil sie nicht in jedem Suchergottesdienst ‘das Netz auswerfen’?

In Willow Creek wird das Christentum allwöchentlich definiert, verteidigt und dazu eingeladen. Regelmäßig und konsequent verkündigt der Redner sehr deutlich das Evangelium und ruft die Menschen zu Umkehr und Glauben. Aber einige wenden ein: "Das ist vielleicht die einzige Gelegenheit, die ihr bei vielen dieser Leute bekommt, daher solltet ihr sie jede Woche herausfordern, auf das Gehörte zu antworten."

 

Wir nehmen diese Besorgnis ernst und ringen darum, Gottes Wort und Weisheit in dieser Sache zu verstehen. Wir möchten so vielen Menschen wie möglich helfen, so bald wie möglich zu Christus zu kommen. Aber wenn wir davon überzeugt wären, dass der effektivste Weg für die Menschen, die wir erreichen möchten, der ist, ihnen jede Woche das Evangelium zu predigen und sie dann zur Antwort aufzurufen, würden wir das tun. Wir würden es sogar dreimal pro Gottesdienst tun, wenn wir den Eindruck hätten, dass das der Weg ist, auf den Gott uns führt.

 

Aber das ist nicht der Fall. Wir glauben, dass in der Philosophie "je mehr, desto besser" eine Gefahr steckt. Sowohl auf der persönlichen Ebene als auch kirchenweit befürchten wir, dass man die Chance, kirchenferne Menschen für Christus zu gewinnen, nur allzu schnell wieder vertut, wenn man sie mit der Botschaft erschlägt und sie mit zu großem Nachdruck zur Übergabe ihres Lebens auffordert. Anders gesagt kann die Befürchtung, man habe vielleicht nur eine Chance, auch dadurch wahr werden, dass man die Menschen so sehr drängt, so dass sie nicht wiederkommen.

 

Wir möchten, wie die Bibel uns sagt, aus jeder Gelegenheit das Beste machen (Kolosser 4,5). Das bedeutet aber nicht unbedingt, bei jedem der 260 und mehr Suchergottesdienste im Jahr in Willow Creek die Menschen zur Übergabe ihres Lebens aufzufordern, besonders wenn man bedenkt: Immer wieder wird gezeigt, dass die Bibel auf das tägliche Leben anwendbar ist, dafür Bedeutung hat und die einzig verlässliche Quelle der Wahrheit ist. Die meisten Suchenden kommen in Begleitung von Gläubigen, die persönlich auf ihre Fragen antworten können und ihnen auf ihrer geistlichen Reise zu Christus Ermutigung sind.

 

Wir sagen den Besuchern allwöchentlich, wie sie nach dem Gottesdienst persönlich mit jemandem sprechen können, wenn sie mehr über Christus wissen möchten. Außerdem erhält jeder Gottesdienstbesucher ein Merkblatt mit einer Abreißkarte, auf der er um persönliche Hilfe bitten kann, wenn er herausfinden möchte, wie man Christ wird, oder wenn er Antwort auf geistliche Fragen sucht. Die Lehre erfolgt in Themenreihen. Das spornt die Menschen an, jede Woche wiederzukommen. Typischerweise wird das Evangelium in mindestens einem Gottesdienst der Reihe besonders hervorgehoben, und es gibt zahlreiche "Zielwochenenden", an denen die Suchenden aufgefordert werden, ihr Leben Christus zu übergeben.

 

Willow Creek ist bemüht, Suchende auf jede erdenkliche Art mit der Botschaft des Evangeliums zu umgeben und sie so für den Glauben zu gewinnen: angefangen bei den Beziehungen, die mit unseren Mitgliedern geknüpft werden, und den daraus entstehenden freundschaftlichen Gesprächen, über die Lehre und die Ermutigung, die sie durch viele kleine Gruppen erfahren, die Texte unserer Musik, die Aussage unserer Theaterstücke, das Leben und die Zeugnisse unserer Leiter, die Bilder in unseren Botschaften, bis hin zu den eindeutigen Darstellungsformen unserer zahlreichen "Zielwochenenden".

 

Das Evangelium ist in und mit jedem Aspekt des Dienstes in Willow Creek verwoben. Vollkommen? Natürlich nicht. Biblisch und effektiv? Jesus rät uns, nach der Frucht zu urteilen, die hervorgebracht wird: Tausende früher kirchenferner Menschen werden zu immer überzeugteren Nachfolgern Christi. Und durch Gottes Gnade konnten wir im letzten Jahr wieder über 1000 neue Gläubige taufen!

 

Vorsicht ist geboten, wenn wir die Methoden anderer kritisieren, Kirchendistanzierte zu erreichen. Rick Warren, leitender Pastor der Saddleback Community Church, sagt in seinem Buch "Kirche mit Vision", dass wir, um wirklich alle Menschen zu erreichen, "eine Vielzahl von Evangelisationsformen brauchen. Die Botschaft muss dieselbe bleiben, aber die Methoden und der Stil werden sich wesentlich unterscheiden. Ich lehne es immer ab, darüber zu debattieren, welche Evangelisationsmethode am besten funktioniert. Es hängt davon ab, wen Sie erreichen wollen!"

 

10. Widersetzen Gemeinden für Kirchenferne sich jeglicher Tradition?

Gemeinden für Kirchenferne sind nicht gegen die Tradition, aber sie sind bemüht, Traditionen realistisch zu bewerten. Die Frage, die man sich zu jeder Tradition oder Praxis stellen sollte, ist, ob sie dem biblischen Zweck, für den sie einst entworfen wurde, auch heute optimal dient. Wenn ja, halten Sie daran fest! Wenn nicht, und wenn die Bibel uns freistellt, wie wir diesen Zweck erfüllen, lassen Sie uns einen anderen Weg finden!

 

Der Mensch neigt allerdings dazu, an traditionellen Gewohnheiten festzuhalten, ob sie Gottes Zweck erfüllen oder nicht. Manchmal erweist sich eine bestimmte Praxis als überholt und steht nun einem effektiven Dienst im Wege, statt ihn zu fördern.

 

Hören Sie auf die harten Worte, die Jesus in Markus 7,8,13 findet: "Ihr gebt Gottes Gebot preis und haltet euch an die Überlieferung der Menschen.... So setzt ihr durch eure eigene Überlieferung Gottes Wort außer Kraft. Und ähnlich handelt ihr in vielen Fällen." Kurz gesagt, wir müssen immer genau prüfen, was wir tun, und danach fragen, ob es wirklich Gottes Zwecken förderlich ist.

 

Wenn es also um Dinge geht wie den Einsatz moderner Musik in Willow Creek - nun, wir versuchen doch, moderne Menschen zu erreichen! Obwohl wir auch hin und wieder einige der bekannten Lieder aus der Vergangenheit bringen, haben wir doch das Gefühl, dass "allen alles zu werden" auch bedeutet, Musik zu spielen, die den Menschen von heute die Botschaft näher bringt.

 

Und warum setzen wir auch andere moderne Kunstformen wie Schauspiel und Multimedia ein? Weil wir versuchen, eine in höchstem Maße visuell geprägte, Fernseh- und Spielfilm-orientierte Generation zu erreichen, die am leichtesten das lernt, was sie sieht. Warum benutzen wir oft eine Sprache, die auf der "Straße" gesprochen wird, wenn wir die Dinge auch in einer Sprache ausdrücken könnten, die biblischer klingt? Weil wir die Menschen erreichen wollen, die auf der "Straße" und nicht in den Kirchen sind. Warum hat das Kruzifix in unserem Saal keinen festen Platz? Schämen wir uns des Kreuzes? Keineswegs! Wir lehren konsequent, was es bedeutet, und glauben fest an das stellvertretende Sühneopfer Christi. In unseren Taufgottesdiensten benutzen wir ein großes, hölzernes Kreuz und lassen die Täuflinge ihre Sünden auf ein Blatt Papier schreiben, das sie dann buchstäblich an das Kreuz heften, als Symbol für alles, was Gott für sie getan hat. Aber wir zeigen nicht immer ein Kreuz, weil wir Menschen, die noch nicht an das Kreuz glauben oder Religion vielleicht überhaupt nicht mögen, ermutigen wollen, in unser Haus zu kommen und uns die Chance zu geben, ihnen zu erklären, wofür das Kreuz Christi steht.

 

Die Bibel sagt uns nicht, dass wir nur traditionelle Musik spielen oder unsere Botschaft nur mit Worten, ohne visuelle Hilfsmittel, ausdrücken oder Kreuze auf unseren Gebäuden aufrichten sollen (Es ist nicht falsch, das zu tun, doch wird es nicht in der Bibel erwähnt). Die Bibel macht jedoch deutlich, dass wir Wege finden müssen, die Botschaft wirkungsvoll "in alle Welt" zu bringen, um Menschen zu Jüngern zu machen, wohin wir auch gehen. Wir glauben, dass wir deshalb all unsere Verhaltensweisen genau prüfen müssen - neue Praktiken wie alte - und bereit sein sollten, im biblischen Rahmen notwendige Änderungen vorzunehmen, damit wir, wie Paulus es in 1.Korinther 9,22 ausdrückt, "auf jeden Fall einige retten.

 

 

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