Als Bryan Cheney 21 Jahre alt war, hat er sein Leben Jesus anvertraut. Davor kannte er Gott nicht sonderlich gut: »Meine Familie ging nicht regelmäßig in einen Gottesdienst. Ich weiß, wie es ist, ohne Gott aufzuwachsen. Und ich weiß, welchen Unterschied es macht, wenn ein Kind mit Gott aufwächst.« Dass Kinder Gott früh kennenlernen – das ist für den neuen Leiter von Promiseland nicht nur ein großes Vorrecht, sondern auch erklärtes Ziel seiner Arbeit.

1.600 Kinder – vom Säugling bis zum 12-Jährigen – kommen jeden Sonntag in die Willow-Gemeinde in South Barrington. Zu Beginn treffen sie sich in mehreren Räumen zum Ankommen, Spielen und ersten Kontaktaufbau. Dann folgt das Plenum. In einer Vielzahl von Gruppen wird den Kindern das jeweilige Thema altersgerecht vermittelt. »Unser Ziel ist es, die Kinder neugierig zu machen, sie zu inspirieren, so dass sie Gott immer mehr kennenlernen wollen«, sagt Cheney. Deshalb wird den Kindern im Plenum nicht haarklein erläutert, was sie exakt von einer biblischen Geschichte zu lernen haben. Stattdessen bezieht man sie in die Erörterung mit ein, lässt sie Inhalte hinterfragen und vor allem – erleben.

»Wirklich erfolgreich sind wir, wenn die Kinder ihren Eltern im Anschluss erzählen: ›Mama, ich habe heute das verstanden oder diese Frage gestellt oder den Freund gewonnen oder ich mag meinen Gruppenleiter‹ – und nicht: ›Mama, wir haben heute einen Clip geschaut oder ich habe einen riesengroßen Walfisch aus Papier auf der Bühne gesehen.‹ Vielmehr geht es uns um die Interaktion, ums Mitmachen, weniger um Entertainment, um die Mittel zum Zweck.« Für Cheney besteht ein großer Unterschied zwischen dem Konsumieren von Geschichten und dem Verinnerlichen der dahinterstehenden Lektion. Erst wenn sie richtig deutlich wird, kann sich die Botschaft im Herzen der Kinder verankern. 

kleine Gruppen, Große Wirkung

Um dem Gehörten mehr Nachhaltigkeit zu verleihen, versammeln sich die Kinder im Anschluss in Kleingruppen. Jedes Kind hat eine Gruppe, die sich nicht ändert. Die Mädchen und Jungs wissen, dass sie jeden Sonntag dieselben Freunde treffen und auch denselben Gruppenleiter haben. »Diese Kontinuität ist sehr wichtig, damit Vertrauen aufgebaut werden kann und sich die Kinder öffnen«, erzählt Bryan Cheney.

Eine Priorität ist dabei: »Die Kinder können Fragen stellen«, erläutert Cheney, »und zwar alle Fragen. In den Kleingruppen gibt es kein Richtig, kein Falsch, keine dummen Fragen und es geht nicht um das größte Wissen.« Ja, Kinder lieben es, unterhalten zu werden. Aber noch mehr wollen sie etwas viel Grundlegenderes: »Unsere Kinder wollen Beziehungen leben. Sie wollen nicht alleine sein. Und genau das bauen sie in der Kleingruppe auf. Sie entdecken gemeinsam, wie geliebt sie von Gott sind und wie die Bibel in ihrem Leben wirken kann.« Diese direkte Übertragung des biblischen Themas geschieht in den Gesprächen der Kleingruppe.

Familien unterstützen

Ein Bereich, den Promiseland gerade weiter ausbaut, ist die Einbeziehung der Eltern und Familien: »Die Familien sind so wichtig für unsere Arbeit! Mein Dienst an einem Kind ist immer auch ein Dienst an einer Mutter, einem Vater und den Geschwistern. Unsere Ehrenamtlichen stehen daher in engem Austausch mit den Eltern, sie können uns jederzeit mitteilen, welche Themen oder Prozesse gerade in der Familie aktuell sind und wir teilen unsere Beobachtungen und Einschätzungen bei den Kindern mit ihnen.« Dieses Zusammenwirken geht weit über den sonntäglichen Small-Talk hinaus. In bestimmten Abständen finden Eltern-Fokus-Gruppen statt. Darin erläutert die Promiseland-Leitung anstehende Schwerpunkte und gibt Raum für Feedback und Ideen von den Eltern.

Gemeinsames Miteinander

»Es geht darum, Beziehungen zu Leben, nicht Wissen anzuhäufen.«

Gerade weil die Kinder nur für eine gewisse Zeit ein Teil von Promiseland sind, ist es besonders wichtig, eng mit den Folgegruppen zusammenzuarbeiten: »Wir sind eine Gemeinde und ein Leib. Ich treffe mich daher regelmäßig mit den Leitenden der Gruppen, die auf Promiseland folgen: Elevate (13-15 Jahre) Student Impact (16-18 Jahre) und Young Adults (ab 19 Jahre). Wir tauschen uns darüber aus, was in unserem Bereich passiert und wie wir daraus einen Mehrwert für die übrigen Altersgruppen kreieren können.« Eine Folge davon: Viele Jugendliche, die den Student Impact-Jugendgottesdienst besuchen, waren selbst einmal Teil davon und arbeiten heute bei Promiseland mit.

Das ist es, was diesen Dienstbereich so wertvoll macht: Die Kinder werden in den entscheidenden Lebensphasen intensiv begleitet, findet Cheney. »Mit den Leitern der verschiedenen Altersgruppen spielen wir oft die Frage durch: Wie sieht das Leben, vor allem das Glaubensleben eines Menschen von der Geburt bis zum Erwachsenenalter aus und wo bzw. wie können wir als Gemeinde – sei es Promiseland, Elevate, Student Impact oder Young Adults – diesen Weg bereichern und in Gottes Sinne mitgestalten? Praktisch heißt das: Was braucht ein Kind, um nach Promiseland erfolgreich zu Elevate hinüberzuwechseln und von dort zu Student Impact und so weiter. Ein Leben ist immer in einem Prozess. Wir möchten alles tun, um diesen gut zu fördern und nicht zu behindern.«

Es gibt nur einen besten Freund

Cheney fasst es so zusammen: »Kinder wollen Spaß, Beziehungen und vor allem Sicherheit: körperlich und emotional. Die Sicherheit, sich frei bewegen, frei äußern und fragen zu können. Vor allem wollen sie einfach sie selbst sein dürfen, Kinder eben.« Das wollen Cheney und sein Team jedem einzelnen Kind vermitteln: Du bist hier willkommen – so wie du bist, ganz egal, wo du herkommst oder wie du aussiehst. Bei Promiseland bauen Kinder ihre ersten Beziehungen außerhalb der Familie auf – zu sich selbst, zu Freunden, zu Mitarbeitenden und vor allem zu ihrem allerbesten Freund: Jesus.