Menschen in Gemeinden zu inspirieren, größer zu denken und zu Multiplikatoren für Gottes Reich zu werden – dafür schlägt LK26-Referent Dave Fergusons Herz. Was dafür nötig ist, wird er auf dem Leitungskongress erzählen. Hier ein Ausblick vorab.
Dave Ferguson wirkt auf den ersten Blick wie ein typischer amerikanischer Pastor – freundlich, visionär, überzeugend. Doch wer ihm länger zuhört, erkennt: Dieser Mann denkt Gemeindegründung nicht als Trend oder Strukturfrage, sondern als tief geistlichen Auftrag. Vor über dreißig Jahren gründete Ferguson gemeinsam mit anderen die Community Christian Church im Großraum Chicago. Was einst als kleines Team von College-Freunden begann, hat sich zu einer Bewegung mit tausenden Gottesdienstbesuchern an über einem Dutzend Standorten entwickelt – und zu einer der einflussreichsten Kirchen der USA.
Gemeinde ist kein Selbstzweck
Wenn Dave Ferguson über Gemeinde spricht, klingt es weniger nach Strategie – und mehr nach Herzschlag. Er spricht eindringlich und mit einer Klarheit, die hängenbleibt. Seine Vision: Gemeinden, die nicht um sich selbst kreisen, sondern ihr Umfeld prägen. Leiterinnen und Leiter, die nicht ihre eigene Plattform suchen, sondern andere fördern, um sie wiederum zu befähigen, in andere zu investieren. Ein „his kingdom“-Mindset, wie er es nennt.
„Es geht nicht um mein Schloss, sondern um sein Reich“, sagt Ferguson. Nicht um meine Kirche, sondern eine Gemeinschaft von Jesus-Nachfolgerinnen und Nachfolgern, die andere zu Nachfolgern machen wollen, um Gottes Reich wachsen zu sehen.
Dieser Perspektivwechsel prägt Fergusons Leben – als Pastor, Autor und Leiter einer weltweiten Bewegung. Er will nicht nur „größer“, sondern mehr: mehr Menschen, die Jesus kennenlernen – und mehr Gemeinden, die Menschen dazu befähigen, ihre Umgebung zu prägen.
Die anderen großmachen
„Ich wünsche mir, dass du, wenn du morgens aufwachst, dich nicht fragst: Wie kann meine Gemeinde wachsen?“, sagt Ferguson. „Sondern dass du eine bessere Frage stellst: Wie können wir Gottes Reich multiplizieren?“ Genau darauf zielt Exponential, die von ihm mitbegründete internationale Bewegung zur Gemeindemultiplikation. Ihr Ziel: Leiter und Gemeinden weltweit zur Gründung neuer Kirchen inspirieren – und zwar nicht nur auf der Bühne, sondern durch konkrete Tools, Coaching und Netzwerke.
Ferguson ist überzeugt: Der größte Hebel für Veränderung liegt in der Haltung der Leiter. Leitenden komme nach ihm die Verantwortung zu, andere groß zu machen, die diese Haltung wiederum übernehmen. Davon handelt auch sein bekanntes Buch Hero Maker: von Leitenden, die nicht selbst im Mittelpunkt stehen wollen, sondern andere befähigen, damit Gottes Kraft sichtbar wird.
Gesund führen und Segen sein
Diese Haltung setzt aber eines voraus: Gesundheit. Für Ferguson steht fest, dass Multiplikation nur möglich ist, wenn es den Leitenden selbst gut geht – körperlich, seelisch, geistlich und in ihren Beziehungen. „Wir multiplizieren, was wir sind und was wir tun“, erklärt er. Deswegen sei es enorm wichtig, als Leitende auf die eigene Seele zu achten – um selbst gesund zu bleiben und gesunde Leiterschaft auch bei anderen zu fördern
Damit das gelingen kann, ermutigt er dazu, sich in Gott zu verwurzeln, damit sich gesunde Leiterschaft überhaupt erst ergeben kann. Nur wenn Leitende und Gemeinden in Christus verwurzelt sind, können sie auch etwas in anderen bewegen.
Wie aber lebt man das im Alltag? Viele Menschen haben den aufrichtigen Wunsch, ihre „Nächsten“ im Blick zu haben, etwas in ihnen zu bewegen und sie zu lieben. Oftmals wissen sie aber einfach nicht so recht, wie das praktisch aussehen kann – besonders dann, wenn Menschen herausfordernd und schwierig sind. Mit seinem Buch S.E.G.N.E. – im Original B.L.E.S.S. – gibt Ferguson fünf einfache Werkzeuge an die Hand, wie Christinnen und Christen ihren Nächsten begegnen können: „Starte mit Gebet. Erst zuhören. Gutes Essen. Nächstenliebe. Erzählen Sie Ihre Geschichte.“ Ein bewusst gelebtes Segnen, das den Alltag verändert, Gottes Auftrag an seine Menschen erfüllt– und Beziehungen geistliche Tiefe gibt. Fergusons Anliegen in seinem Buch ist es nicht, nur Denkweisen seiner Leserinnen und Leser zu verändern, sondern sie zu einem neuen Lebensstil zu inspirieren. Dieser ist dadurch motiviert, den Nächsten wirklich im Blick zu haben und damit das wichtigste Gebot der Bibel zu erfüllen: Gott zu lieben und seinen Nächsten wie sich selbst.
Gottes Reich multiplizieren
Im nächsten Jahr wird Dave Ferguson auf dem Leitungskongress sprechen – darüber, wie Leiterinnen und Leiter ihre Wurzeln in Christus stärken können, um wiederum andere zu stärken und zu befähigen, dasselbe zu tun – damit Gottes Reich auf dieser Erde wächst und sich multipliziert. In den letzten zehn Jahren hat er viel Zeit mit Pastoren, Pionieren und Kirchengründern verbracht, um herauszufinden, was es heißt, ein Auslöser und Beschleuniger von Bewegung zu sein, die Menschen in die gelebte Nachfolge Jesu führt.
Sein Wunsch für den Leitungskongress? Dass jeder Leiter inspiriert und entschlossen nach Hause geht, selbst ein Multiplikator in seinem Umfeld zu werden.