Da ist er. Dieser eine Moment. Vielleicht ganz kurz nur. Aber in diesem Augenblick springt ein Funke über. Hoffnung blüht auf. Eine neue Perspektive wächst. Viele erleben solche Momente, in denen Gott sie besonders berührt. Und nicht wenige erleben sie bei einem Willow-Kongress, während einer Chicago-Studienreise oder als Mitarbeitende bei einer Willow-Veranstaltung. Die neue Serie erzählt von solchen Momenten.

Bei David Grüner geschieht es, als er die Geschichte einer Familie hört, die in schlimmer Lage Hoffnung und einen Halt braucht.

»Die Chicago-Reise hat mir gezeigt, wie man Menschen in Krisen konkret begegnen kann.«

Eigentlich ist es ein ganz normaler Willow-­Kongress-Tag. Ich sitze unter den tausenden Zuhörern; vorne auf der Bühne steht Bill Hybels. An einem Punkt seines Vortrags erzählt er von einer Familie, die ihn nach dem Gottesdienst abfing. Die Mutter trug ihr Kind auf dem Arm. Es war schwer krank und würde nach Auskunft der Ärzte nicht mehr lange leben. Die Mutter bat Hybels, für das Kind zu beten. Das tat er an Ort und Stelle und fragte anschließend, wie es ihnen als Familie ginge und ob er noch etwas für sie tun könne. Es war den Eltern anzusehen, dass sie litten, aber sie sagten: »Danke, ansonsten geht es uns gut. Wir haben eine Kleingruppe, die hinter uns steht, die einfach da ist, uns durchträgt und für uns betet.« 

Diese Geschichte hat mich gepackt. Und sie bewegt mich bis heute. Die Familie durchlebte – und durchlitt – eine massive Krise. Aber die Kleingruppe war wie eine starke Familie an ihrer Seite und hat sie durchgetragen. Dieser Zusammenhalt ist für mich bis heute ein Bild, das zeigt, wie Gemeinde aussehen und welche Hoffnung sie in dieser Welt tatsächlich freisetzen kann. 

Als leitender Mitarbeiter eines Einrichtungshauses bete ich viel für unsere Kunden. Wir richten zahlreiche Privat­häuser ein und kommen intensiv mit ihnen in Kontakt. Die Kunden vertrauen mir an, was sie bewegt, ich nehme Anteil an ihren Krisen, kann für sie beten und sie begleiten. Dabei weise ich gern auf die Hoffnung hin, die wir Christen haben. 

Auch persönlich ist mir die Gemeinschaft, das gegenseitige Durchtragen in einer Kleingruppe wichtig. Ich bin selbst auf Ermutigung und Hoffnung angewiesen. Meine Frau und ich haben vor einiger Zeit die Diagnose erhalten, dass wir keine Kinder bekommen können. Es war ein schmerzhafter und tiefer Einschnitt für uns. Danach mussten wir unser Leben erst einmal neu sortieren. Und seither bewegt uns die Frage: Wie kann Gemeinde Menschen in Krisen begegnen? Wie wird sie Hoffnungsträger für das, was Menschen in Krisen brauchen?

2017 nahm ich an der Studienreise zum Global Leadership Summit auf dem Willow Campus in Chicago teil. Dort unmittelbar zu sehen, wie Willow diakonisch arbeitet, durch eine Autowerkstatt, eine Lebensmittelausgabe …, hat mir gezeigt, wie man Menschen in Krisen konkret begegnen kann. Das hat mich ermutigt, an der ›Gemeinde als Hoffnungsträger‹ festzuhalten. Und spätestens da habe ich mich dazu entschlossen, bei Willow-­Kongressen mitzuarbeiten – um anderen auch so einen Willow-Moment zu ermöglichen. Und um sie anzufeuern, alles für die Gemeinde zu geben.

DAVID GRÜNER

lebt mit seiner Frau in Ulm. Er studierte Produktdesign und stieg 2010 in die Firma seiner Eltern ein. Das Einrichtungshaus Grüner verkauft individuelle und hochwertige Möbel.

Aufgezeichnet von Hauke Burgarth

QUELLE

Dieser Artikel erschien im Willow Creek Magazin 01/21. Sie möchten das Magazin künftig kostenfrei nach Hause erhalten? Hier geht´s zur Bestellung.